LÜDERS’ beste Bücher Winter 2008/2009
Liebe Kundin, lieber Kunde,
auch in diesem Herbst haben wir viele interessante Neuerscheinungen für Sie gelesen. Die Bücher, die uns persönlich am besten gefallen haben, möchten wir Ihnen im Folgenden wieder vorstellen. Wir sind sicher, dass das eine oder andere Buch auch Ihren Geschmack trifft, und wünschen Ihnen ganz viel Freude beim Lesen!
Bitte beachten Sie: Preise können sich geändert haben und Titel können mittlerweile als Taschenbuch erscheinen sein. Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie uns gerne!
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Shantaram von Gregory David Roberts. Goldmann, € 24,95 |
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Roberts schreibt seine eigene Geschichte seit seiner Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Australien. Er taucht unter in Bombay und ist sofort im Bann dieser Stadt. Er lebt im Slum, betreibt dort eine kostenlose Klinik, gerät in die Fänge der Mafia und durch Verrat in ein indisches Gefängnis; dort erlebt er unvorstellbares Grauen. Nach seiner Freilassung geht es in atemberaubendem Tempo weiter. Wir begegnen wunderbaren Personen, erleben Indien wie von innen, und Roberts Reflektionen über das Erlebte sind immer wieder von großer Schönheit und Tiefe. Dieses Buch ist so unglaublich spannend, und irgendwann ist es schwierig sich zu entscheiden zwischen dem Drang, möglichst schnell zu wissen wie es weitergeht, und dem Wunsch, das Buch möge nie enden.
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Die Vergebung von Gaëtan Soucy. Matthes & Seitz, € 17,80 |
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Zur Handlung des Buches: Nach zwei Jahrzehnten kehrt der Musiker Louis Baupaume in ein abgeschiedenes, eingeschneites nordkanadisches Dorf zurück, in dem gerade ein Mädchen vermisst wird. Welch mysteriöse Begebenheiten Baupaume vorantreiben, was einst in dem Dorf passierte und welche Art von „Vergebung“ Baupaume sucht, all das erschließt sich dem Leser ganz allmählich – aber gewaltig. Ein beklemmendes, auch verstörendes Buch, unvergleichlich und einzigartig. Bitte lesen!
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Gertrud Kolmar. Leben und Werk, Zeit und Tod von Dieter Kühn. S. Fischer, € 24,90 |
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Lost City Radio von Daniel Alarcón. Wagenbach, € 22,90 |
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Ein rundum gelungenes und ungeheuer spannendes Romandebut des jungen, in Lima geborenen Amerikaners Dieses eindringliche Buch liest sich – was Motive und Atmosphäre angeht – wie eine sehr gelungene Synthese der frühen Romane Vargas Llosas mit den Utopien eines Aldous Huxley oder Ray Bradbury. Ein faszinierender und nachdenklich stimmender Lesegenuss!
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Wie ich mich einmal in alles verliebte von Stefan Merrill Block. Dumont, € 19,90 |
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Stefan Merrill Block verknüpft meisterhaft Familiengeschichte, Liebesgeschichte und die Geschichte einer schrecklichen Erkrankung.
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Alleinflug. Mein Leben von Elly Beinhorn. Frederking & Thaler, € 13,00 |
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Elly Beinhorn (1907-2007) machte 1929 mit gerade mal zwanzig Jahren den Pilotenschein, und damit war sie auch Ihr ganzes (Flug-)Leben liest sich wie eine einzige große Turbulenz. Andauernd passiert Unvorhergesehenes, und oft gerät sie in gefährliche, fast ausweglose Situationen. Auf abenteuerlichste Weise schafft sie es jedoch immer wieder, ihre kleine Maschine in die Luft zu bekommen. Elly Beinhorn ist bis ins hohe Alter hinein rastlos. Sie trotzt sich bis zuletzt Unmögliches ab und bewältigt oft mit Charme aussichtsloseste Situationen. Ihre Ehe mit dem deutschen Rennfahrer Bernd Rosemeyer war nur kurz, denn bei einem Rekordversuch verunglückte er tödlich. Mit 72 Jahren, nach ca. 5.000 geflogenen Stunden, meist allein, gibt sie ihre Pilotenscheine zurück. Sie wurde 100 Jahre alt.
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Die Dschungelbücher von Rudyard Kipling. Illustriert von Martin Baltscheit. Boje Verlag, € 39,90 |
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Erstmals bereits 1894/95 erschienen, gibt es jetzt diese wunderbare, sehr schön gestaltete Ausgabe mit allen fünfzehn Erzählungen. Übersetzt wurden diese von Gisbert Haefs und Martin Baltscheit verzaubert uns mit seinen Illustrationen. Es gibt viel zu entdecken. Tauchen Sie ein in die Abenteuerwelt des Dschungels!
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Die Tochter der Geliebten von A. M. Homes. Kiepenheuer & Witsch, € 17,95 |
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Don Quijote von der Mancha von Cervantes. Neu übersetzt von Susanne Lange. Hanser, € 68,00 |
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Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616) schuf mit dem Don Quijote ein einzigartiges und herausragendes Mit scharfem Witz, tiefer Ironie und viel Sinnlichkeit beschreibt Cervantes die unzähligen Erlebnisse, Begebenheiten und Abenteuer des Ritters und seines folgsamen Knappen. Jedes der vielen Kapitel ist wie eine kleine Geschichte. Jetzt liegt dieser große Roman in einer Neuübersetzung vor. Mit dem Text ist Susanne Lange die Gratwanderung gelungen, das oft barocke Gehabe und die teils überbordende Wesenheit vieler meist grotesker Situationen zeitgemäßer und sehr einfühlsam in eine neue Sprachform zu gießen. Dem Roman ist alter Staub aus den Ecken geklopft worden. Alles wirkt dadurch näher, frischer und lebendiger. Don Quijote und Sancho Pansa sind mit ihren gegensätzlichen Charakteren ständig in einem Dialog mit unseren eigenen innersten Wünschen und Sehnsüchten. – Wer den Roman noch nicht kennt: Ran an die 1000 Seiten!
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Auswahl & Texte von Ragna Lüders, Rainer Volmari, Sigrid Lemke, Patricia Peter und Thomas Bleitner
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Ein wunderbares Buch, ein Eintauchen in eine ferne Welt, eine Liebeserklärung an die Fülle des Lebens.
Es kann passieren, dass sich der arglose Leser unmittelbar nach der Lektüre dieses großartigen Romans dem Gefühl ausgesetzt sieht, ihm sei hier gerade ein französischer TGV-Hochgeschwindigkeitszug durch den Kopf gerauscht. Wie es dem frankokanadischen Autor Gaëtan Soucy auf relativ knappem Raum durch ein immer stärker forciertes Erzähltempo gelingt, ein Höchstmaß an Spannung aufzubauen, ist so bewundernswert wie genial.
Sehr lesenswert und uneingeschränkt zu empfehlen ist Dieter Kühns vielschichtige und spannend erzählte Biografie über Gertrud Kolmar. Die jüdische Dichterin, 1943 von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet, schuf ihre ungemein bildkräftigen, mitunter visionären Gedichte zu einer Zeit, in der menschenverachtende Ideologien in Deutschland hoffähig und gesellschaftsbestimmend wurden. Meisterhaft gelingt es Dieter Kühn, insbesondere die biografischen Aspekte von Gertrud Kolmars schriftstellerischem Schaffen zu erhellen. Er verknüpft dabei die Werkinterpretation ganz unmittelbar mit der lebensgeschichtlichen Erzählung, was dieses Buch umso faszinierender macht! Ein sehr beeindruckendes Werk, das Lyrikliebhabern ebenso gut gefallen wird wie historisch-biografisch interessierten Lesern!
Daniel Alarcón. In einem nicht näher bezeichneten Land herrscht nach einem zehrenden Bürgerkrieg das verordnete Vergessen – Orte werden nur noch durch Zahlen bezeichnet, das Sprechen alter Sprachen ist verboten, die Erinnerung der Menschen soll gleich- und abgeschaltet werden. Gegen dieses Vergessen arbeitet die Radiomoderatorin Norma, deren Sendung „Lost City Radio“ den Menschen die Möglichkeit gibt, nach verschollenen Angehörigen zu suchen. Als beim Sender ein Junge mit einer Vermisstenliste auftaucht, auf der sich der Name von Normas verschwundenem Ehemann Rey wieder findet, begibt Norma sich selbst auf die Suche – nach Rey, nach der Wahrheit, nach der Vergangenheit.
Seth wünscht sich nichts sehnlicher als ein Heilmittel für seine Mutter zu finden, die an der Alzheimer-Frühform erkrankt ist. Mit der Geschichte über Isidora, dem sagenumwobenen Land, von dem seine Mutter ihm immer erzählt hat, macht er sich auf die Suche und stößt auf lang gehütete Familiengeheimnisse. Am anderen Ende der Welt sitzt Abel in einem verwitterten Haus und wartet auf seine Tochter, die eines Tages spurlos verschwand.
die erste deutsche Frau mit der Lizenz zum Fliegen. Die bisher ziellose Elly hört in der Stadthalle mehr oder weniger zufällig einen Vortrag des Fliegers Hermann Köhl, der über seinen Ozeanflug spricht. Schon während des Vortrags steht für Elly fest: Sie wird fliegen! Von ihrem Ersparten kauft sie ein kleines Propellerflugzeug und bricht bereits drei Jahre später zu einem Alleinflug nach Afrika auf. Trotz aller Warnungen der dortigen Behörden, allein die Sahara zu überfliegen, startet sie ihre „M23b“ mit 80 PS. – Doch schon nach wenigen Flugstunden über der unendlichen Wüste „macht der Motor ein Geräusch, als bekomme er kein Öl mehr“. Elly muss notlanden.
Mowgli, Baloo und Bagheera sind nur einige der faszinierenden Figuren aus den Dschungelbüchern. Kennen Sie schon den kleinen Rikki-Trikki-Tavi oder Toomai von den Elefanten?
Am Tag ihrer Geburt wird A.M. Homes zur Adoption freigegeben. Mit 31 Jahren – sie ist bereits eine erfolgreiche Schriftstellerin – wird sie von ihren Eltern aufgespürt und so mit der Frage ihrer Identität konfrontiert. Auf der Suche nach ihrer Herkunft tun sich Abgründe auf. Die Begegnungen mit den leiblichen Eltern sind von Ängsten, Hoffnungen und Enttäuschungen begleitet. Sie ist immer wieder bemüht, mit ihrer Wahrheit in Kontakt zu bleiben, und spürt auch die Macht ihrer Wünsche und Sehnsüchte, die mit der Realität so wenig vereinbar sind. Mit klarer und berührender Sprache beschreibt Homes ihre inneren und äußeren Konflikte. Ein ebenso aufrichtiges wie spannendes Buch über den tiefen Wunsch nach Zugehörigkeit und Wahrheit.
Werk. Die Erlebnisse des „Ritters von der traurigen Gestalt“ und seinem treuen Knappen Sancho Pansa scheinen mit immerwährender Symbolkraft. Cervantes hatte eigentlich im Sinn, die damalig gängigen Ritter- und Schelmenromane zu verspotten. Herausgekommen ist dabei, sozusagen als Nebeneffekt, einer der ganz großen Texte der Weltliteratur.